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125 Jahre atemberaubend gekrönt

 

Zum 125-jährigen Bestehen hat sich die Harmoniemusik Balzers etwas Besonderes ausgedacht: An den beiden Herbstkonzert-Abenden vom Freitag und Sonntag wurde ein vom Verein in Auftrag gegebenes Werk uraufgeführt.

 

So unterschiedlich kann es sein:  Würde man einem Bekannten im Ausland erzählen, man habe daheim im kleinen Liechtenstein im knapp 4500 Seelen zählenden Dorf Balzers eine Kapelle namens Harmoniemusik, würde der vielleicht wohlwollend lächelnd sagen, das sei ja nett und die spielten sicher ganz schön für ihre Möglichkeiten.

Wer vergangenen Freitagabend das Abschlusskonzert zum 125-Jahr-Jubiläum erlebte, weiss: Die Harmoniemusik könnte genauso gut «Philharmonie Balzers» heissen. Und das wäre keineswegs eine aus Freundlichkeit des Kritikers hoch gelegte Latte.

 

Zauberstab eines Magiers

Willi Büchel und seine Musiker: Hat man einst Paganini den «Teufelsgeiger» genannt, könnte man Dirigent Willi Büchel ebenso berechtigt einen Teufelskerl mit Zauberstab nennen. Was der Mann aus seinem Orchester herausholte, war die Krönung all dessen, was man von ihm aufgrund früherer Leistungen ohnehin erwarten konnte. Allerdings wäre ein solch fulminanter Abend ohne Teamwork nicht denkbar. Harte Probenarbeit als Selbstverpflichtung eines Ensembles von Spitzenkönnern an den Instrumenten war hier hörbar, ein homogener Klangkörper, der den Vergleich mit Profiorchestern nicht scheuen muss. Denn es war keineswegs leichte Kost eines Dorfvereins, die man sich zugetraut hatte, sondern Musik vom Feinsten - und Anspruchsvollsten.Und das lag nicht an den von der Gemeinde zum Jubiläum bescherten neuen ergonomischen Stühlen.

 

Überraschung

Man begann den von Christian Nipp moderierten Konzertabend, dem auch Landtagspräsident Klaus Wanger, Regierungsrätin Rita Kieber-Beck und andere Vertreter des öffentlichen Lebens beiwohnten, mit der «Jubilee Overture» von Philip Sparke, schon das beeindruckend in seiner Präzision. Doch was dann kam, sprengte den Rahmen des Erwarteten. Der an den namhaften österreichischen Komponisten Thomas Doss vergebene Kompositionsauftrag zum Jubiläum namens «Rumänische Tänze» kam beim Publikum fantastisch an und wurde mit starkem Applaus verdankt. Unterteilt war die Komposition, die zahllose Elemente des reichhaltigen rumänischen Volksliedgutes aufgreift, in die Sätze «I Meleaguri mistice, II. Batuta 1, III. Colinda, IV.Jocuri , V.Apsanescu und  VI. Finale - Batuta 2». Romantisch, kraftvoll, temperamentvoll, lyrisch und bombastisch, um nur einige Attribute zu nennen, kam dieses Werk daher, ein grosser Wurf des Komponisten, eine grosse Leistung der Harmoniemusik und ein den Saal bis zur Atemlosigkeit in den Bann schlagendes Konzerterlebnis. Nach der Pause dann Alfred Reeds «Russian Christmas Music»: Elemente der ostkirchlich-orthodoxen Sakralmusik hörte man durchaus heraus, immer wieder aber wurde diese relative Vertrautheit durch fast wilde, ungestüme Klangpartien aufgemischt, die weit in das musikalische Volksgutempfinden hineinreichten, mithin für hiesige musikalische Traditionen im wahrsten Sinne des Wortes und positiv gemeint «unfassbar» klangen. Die schwierige Aufgabe wurde auch hier bravourös gelöst. Von Derek Bourgeois gab es sodann die «Serenade» zu hören, gefällig, ein Kontrast doch auch zum zuvor Gehörten. Als Finale schliesslich das grossartige, jedem «Night-of-the-Proms»-Fan im Blut liegende «Pomp and Circumstance No.1», das «Land of Hope andGlory» besingende musikalische Zeugnis des «British Empire», das, wie auch immer man es  historisch bewerten mag, schlichtweg beeindruckend vertont, bei wohl keinem Zuhörer seine Wirkung verfehlt. Die Harmoniemusik meisterte auch dies brillant; einzig das Schlagzeug in den ersten Sequenzen erklang ein wenig zu scharf und laut, wenn man andere Intonierungen wie jene des London Philharmonic Orchestra zum Vergleich heranzieht. Drei Zugaben - erst dann liess man die Künstler ziehen. Ungern zwar, weil vollen Herzens. (Henning von Vogelsang)

 

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