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Programm Herbstkonzert 2009

 

Feuerwerksmusik: Ouvertüre

Georg Friedrich Händel (1685-1759)

instr. Jonathan Graf

Et in Terra Pax
Jan Van der Roost (*1956)

Kaddish
William Francis McBeth (*1933)

Lux aurumque
Eric Whitacre (*1970)

Polonaise op. 17 Nr. 4
Franz Xaver Mozart (1791-1844)
instr. Albert Loritz

Marsch
3. Satz aus Moorside Suite
Gustav Holst (1874-1934)

Adios Nonino
Astor Piazzolla (1921-1992)
arr. Peter Kleine Schaars
Solist: German Burtscher, Akkordeon

Morning Alleluias for the Winter Solstice
Ron Nelson (*1929)




PROGRAMMNOTIZEN


Feuerwerksmusik: Ouvertüre    Georg Friedrich Händel
Im Oktober 1748 endete der österreichische Erbfolgekrieg offiziell mit der Unterzeichnung des Aachener Friedens. Die „Feuerwerksmusik“ war ein Auftragswerk für die damit verbundenen Festlichkeiten, die im April 1749 im Londoner Green Park statt fanden. Neben dem Feuerwerk wurde auch ein prachtvoller dorischer Tempel von innen illuminiert, der extra für diesen Anlass gebaut wurde. Als optischer Höhepunkt sollte eine grosse Sonne mit dem Schriftzug „vivat rex“ fünf Stunden lang auf dem Dach brennen. Es gab aber kleine Pannen, die Teile des aus Stoff und Holz bestehenden Tempels ebenfalls in Brand setzten. So endete das Spektakel mit einem ungewollten „Grossfeuerwerk“. Für die „Feuerwerksmusik“ wünschte sich der König ausdrücklich Militärmusik, also eine Bläserbesetzung. Das Werk wurde nicht gleichzeitig zum Feuerwerk aufgeführt. Die Besetzung dürfte 9 Trompeten, 9 Hörner, 24 Oboen, 12 Fagotte, ein Kontrafagott, 3 Paar Pauken und zwei kleine Trommeln umfasst haben.


Et in Terra Pax    Jan Van der Roost
„Und Frieden auf Erden“, ist der Wunsch der Engel aus dem Lukasevangelium, nachdem sie den Hirten die Geburt Jesu verkündet haben. Jan van der Roost will sein Werk als Plädoyer und Gebet für den Frieden verstanden wissen. Er lässt darin das Gedicht „Sonnet“ von Charles Hamilton Sorley (1895-1915) rezitieren. Der im Ersten Weltkrieg gefallene Dichter klagt den Krieg in seiner Grausamkeit und Sinnlosigkeit an und wendet sich mahnend an die Überlebenden:

Siehst Tote Du, Millionen mögen’s sein,
Die mundlos, blass durch deinen Traum marschieren,
So stimme nicht in Sprüche Andrer ein,
dass Du erinnern wirst. Kein Repetieren.

Und gib kein Lob. Denn diese Tauben spüren
Nicht, ob es nicht ein Fluch ist, im Gebein.
Auch keine Tränen, die sie nicht erführen.
Auch keine Ehre. Leicht ist’s, tot zu sein.

Sag nur: »Sie sind tot.« Dann ergänze hierzu:
»Es ist manch Besserer schon umgekommen.«
Und wenn in diesen Massen jemand dir zu

Bekannt erscheint – Dein Liebster ist genommen! –
So fantasierst Du. Jede Leiche wird zu
Dem Unbekannten, ewiglich verschwommen.

(Übersetzung Andreas Sieveking, 2001)


Kaddish    William Francis McBeth
„Kaddish“ ist die Bezeichnung eines jüdischen Trauergebetes, das die Hinterbliebenen über elf Monate hinweg täglich sprechen. William Francis McBeth erhielt 1975 den Auftrag, ein Werk für das Schulblasorchester einer High School zu schreiben. Während der Arbeit an dieser Komposition erhielt er die Nachricht vom Tod seines früheren Lehrers James Clifton Williams. Betroffen vom Ableben seines Lehrmeisters und Freundes beschloss er, sein Auftragswerk als Erinnerung und persönliche Widmung an diesen zu gestalten. In Form eines klingenden Gebetes bringt er darin seinen Schmerz über den Verlust zum Ausdruck und verwendet dazu einen prägnanten Rhythmus aus einer Komposition des Verstorbenen. Dieser Rhythmus zieht sich als pulsierender Herzschlag bis zum letzten Atemzug durch das Werk. Der Komponist schreibt zu „Kaddish“: „Die Komposition ist eine Ansammlung von Emotionen und Gedanken, hervorgerufen durch den Tod eines Freundes. Tränen, Leid, Schreie, Resignation, und dennoch soll es als Hallelujah enden – als ein Ja zum Leben.“


Lux aurumque    Eric Whitacre
Der Komponist Eric Whitacre ist einer der gefeierten Stars der zeitgenössischen Musikszene in den USA. Sein Klangstil lebt vom Akkordklang, den er im Rahmen erweiterter Dur-Moll-Tonalität subtil einfärbt. „Licht und Gold“ entstand 2001 für gemischten Chor. Die Fassung für Blasorchester stammt vom Komponisten selber. Das Werk basiert auf dem Gedicht von Edward Esch bzw. dessen lateinischer Übersetzung von Charles Anthony Silvestri.


Polonaise op. 17 Nr. 4    Franz Xaver Mozart
Franz Xaver Mozart, von seiner Mutter wohl nicht ohne berechnende Absicht auch Wolfgang Amadeus Mozart Sohn genannt, gehört zu den tragischen Gestalten der Musikgeschichte und ist heute kaum mehr als Komponist bekannt. Seine keineswegs durchschnittliche musikalische Begabung begann sich gerade zu dem Zeitpunkt zu entfalten, als der Ruhm seines Vaters in den Jahren kurz nach 1800 auf eine zu dessen Lebzeiten nie erreichte Höhe stieg. Dadurch fiel ein tiefer Schatten auf die Karriere und das Leben des Sohnes, der selbst soviel Urteilsvermögen besass, dass er den grossen Abstand nur allzu deutlich erkennen musste, der sein Talent von dem Genie des Vaters trennte. Diese Erkenntnis verdüsterte das Leben Franz Xaver Mozarts zusehends und lähmte auch sein kompositorisches Schaffen beträchtlich, so dass es nach 1820 fast ganz zum erliegen kam. 1816 erschienen seine Klavierstücke „VI Polonaises mélancholiques op. 17“. Wir spielen daraus die Polonaise Nr. 4 in einer Instrumentation für Holzbläserensemble von Albert Loritz. (Quelle: Joachim Draheim, Vorwort zu 12 Polonaisen für Klavier)


Marsch 3. Satz aus Moorside Suite    Gustav Holst
Die dreisätzige „A Moorside Suite“ von Gustav Holst entstand 1928 als Pflichtstück für die englische Brass Band Meisterschaft. Holst hörte sich den Wettbewerb damals an und schrieb in einem Brief an den Herausgeber des British Bandsman: „Vielen Dank, dass Sie mich eingeladen haben, das diesjährige Pflichtstück zu schreiben. Ich hoffe, Sie werden mich wieder einmal fragen, denn ich habe es überaus gern getan“. Wir spielen den dritten Satz, „Marsch“, in Blechbesetzung mit Schlagzeug.


Adios Nonino    Astor Piazzolla
Der argentinische Komponist Astor Piazzolla war der Revolutionär des Nuevo Tango. Er befreite den Tango von seinen Klischees als Modewelle der zwanziger Jahre, führte raffinierte rhythmische Akzente und harmonische Wechsel ein. Im Alleingang veränderte er diese Musik und trieb ihre Entwicklung fünfzig Jahre lang voran. „Adiós Nonino“ entstand 1959 als Hommage an seinen Vater und wurde sein erster grosser Erfolg.1958 war Piazzolla mit seiner Familie in die USA gereist, wo er sich mit schlecht bezahlten Jobs durchschlug. Im Oktober 1959 erreichte ihn dort die Nachricht vom Tod seines Vaters Vicente, den er Nonino nannte. Piazzolla war im Innersten getroffen. Sein Sohn erzählt zum Entstehen des Stücks: "Papa wollte (...) alleine sein. Wir gingen in die Küche. Zuerst herrschte eine absolute Stille, dann hörten wir das Klavier. Es war eine sehr traurige Melodie". Die Fassung für Solo-Akkordeon und Blasorchester lehnt sich an diejenige an, die der holländische Musiker Carel Kraayenhof 2002 zusammen mit dem Concertgebouw Chamber Orchestra bei der Hochzeit des holländischen Kronprinzen Willem-Alexander und seiner aus Argentinien stammenden Braut Máxima spielte. (Quelle: u.a. Karl Lippegaus in DIE ZEIT, 10.07.1992 Nr. 29; tangoinfo.ch)

Das Akkordeonsolo spielt German Burtscher. Er lebt in Feldkirch und unterrichtet Akkordeon und Klarinette an der Musikschule in Feldkirch und an der Liechtensteinischen Musikschule.


Morning Alleluias for the Winter Solstice    Ron Nelson
„Morning Alleluias fort he Winter Solstice“ entstand im Auftrag und auf inhaltliche Anregung des Dirigenten Frederick Fennell. Das Werk ist in Erinnerung an den am 6. August 1945 über Hiroshima erfolgten Abwurf der ersten Atombombe den Menschen dieser japanischen Stadt gewidmet. Der Auftraggeber schreibt: „Morgen-Allelujas zur Wintersonnenwende“ – dieser Titel mitsamt seiner Stimmung, welche aus diesem Namen strahlt, kam dadurch zustande, dass ich Ron Nelson folgende persönliche Begebenheit erzählte: Ich erwachte eines Morgens in einem Hotelzimmer in Hiroshima, und der ganze Raum loderte geradezu vor Glanz der aufgehenden Sonne. Als ich so lag, mit vielen düsteren Gedanken, aber auch erfüllt von aufheiternden Erwartungen an den beginnenden Tag, da wusste ich, dass diese gewonnen Eindrücke den Menschen von Hiroshima zu verdanken sind und dass sie nur in Musik beschrieben werden können. Ron Nelson nahm meinen Auftrag einige Tage später in Chicago an und seine Partitur war am 1. März 1989 fertig.“ Bereits zwei Wochen später fand in Hiroshima die Uraufführung statt.

 

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